Bochum-Wattenscheid

22.10.2007 – Presseinformation

Wattenscheid im Griff von “Schwarz”?

Soziale Liste: Lidl/Kaufland Pläne schaden der Wattenscheider Innenstadt

Der jetzt bekannt gewordene Verkauf des Wattenscheider Standortes von Ford-Fischer an Lidl verstärkt für die Soziale Liste die Befürchtungen einer negativen Entwicklung in der Wattenscheider City. „Damit gerät Wattenscheid immer mehr in den Griff des Schwarz-Konzerns und die Fußgängerzone wird weiter geschwächt“ sagt das Ratsmitglied Günter Gleising zu den Plänen, neben dem Gertrudiscenter an der Lyrenstraße, mit seinem großen Kaufland-Markt, eine weitere Filiale von Lidl zu bauen. Dort würde, zusammen mit dem Büro- und Schulbedarf-Handel Leidhäuser, ein neues Zentrum zum Nachteil der bereits mit Leerständen gebeutelten Fußgängerzone und der oberen Hochstraße entstehen.

„Die Soziale Liste sieht in der aggressiven Lidl/Kaufland-Expansion einen ungebremsten Machtkampf der Discounter. In diesem Machtkampf hat nach einer Mitteilung der Nachrichtenagentur Reuter der Lidl/Kaufland-Mutterkonzern Schwarz die Aldi-Gruppe beim Umsatz überholt. Mit einem Umsatz von 40 Mrd. Euro ist die Schwarzgruppe damit zum zehntgrößten Handelsunternehmen der Welt aufgestiegen. Auf der Strecke bleibt die Stadtentwicklung und die Interessen der Bürger“, so Gleising. Die Schwarz-Expansionspläne für Wattenscheid widersprechen dem einmütig beschlossenen Masterplan Einzelhandel, einer geordneten Stadtentwicklung und der Stärkung der Stadtzentren.
 

09.08.2007 – Presseinformation

Initiative der Sozialen Liste zur Ratssitzung:

6 Fragen zum Zeppelindamm

Die Beschwerden von Anwohnern und Benutzern des Zeppelindamms haben jetzt den Wattenscheider Stadtverordneten Günter Gleising veranlasst tätig zu werden. Nach zahlreichen Gesprächen und einer Ortsbesichtigung hat die Soziale Liste im Rat jetzt eine Anfrage zur nächsten Ratssitzung (23. 8.) gestellt:

Verkehrssituation Zeppelindamm in Wattenscheid

Der Zeppelindamm ist eine viel befahrene Straße in Nord/Süd-Richtung und verbindet insbesondere Hattingen mit der A 40. Infolge des hohen Verkehrsaufkommens, der baulichen Gestaltung und der Verkehrsregelungen kommt es immer wieder zu Problemen. Zuletzt gab es Beschwerden von Fahrradfahrern sowie Anwohnern der Straßen um den Weidenhagen. Die Soziale Liste im Rat fragt daher an:

  1. Der so genannte Mehrzweckstreifen wird immer wieder zum Abstellen von PKWs und LKWs, zum Parken und zum Aufstellen von Verkaufsständen benutzt. Das erschwert den Verkehrsfluss erheblich und trägt zur Unübersichtlichkeit bei. Wie schätzt die Verwaltung diese Situation ein. Welche Maßnahmen könnten Abhilfe schaffen?
  2. Insbesondere die Anwohner der Straßen um den Weidenhagen bemängeln Probleme an der Einmündung in den Zeppelindamm. Parkende Autos und hoher Autoverkehr erschweren die Ein- und Ausfahrt in diesem Bereich erheblich. Wie beurteilt die Verwaltung das Problem? Welche Lösungsmöglichkeiten werden gesehen?
  3. Ein ungelöstes Problem sind auch Radfahrer und vereinzelte Fußgänger auf dem Zeppelindamm, die auf dem Mehrzweckstreifen parkenden Autos ausweichen müssen. Hier ist auch die unübersichtliche Situation im Bereich der Kreuzung Zeppelindamm/Wattenscheider Hellweg zu sehen. Welche Lösungsmöglichkeiten könnten die Situation verbessern?
  4. Wie beurteilt die Verwaltung die derzeitigen Geschwindigkeitsregelungen, die teilweise Geschwindigkeiten bis zu 70 km/St. zu lässt. Wäre eine weitgehende einheitliche 50 km/St.-Regelung nicht übersichtlicher und ein Beitrag zu mehr Sicherheit?
  5. Wie werden die Überlegungen eines durchgehenden Fahrradweges von der Hattinger Straße, über den Zeppelindamm und die Berliner Straße in das Wattenscheider Zentrum beurteilt?
  6. Wie sieht die Statistik über Unfälle und Verkehrsübertretungen in diesem Bereich in den vergangenen 5 Jahren aus?

Da es sich um eine Landesstraße handelt, bitten wir die aufgeworfenen Fragen auch mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW zu besprechen und zu klären.
 

16.08.2007 – Pressinformation

Soziale Liste bringt Wattenscheider Themen in die Ratssitzung:

6 Fragen zum Zeppelindamm, „gelb-braune Brühe“ im Hüllerbach und
Prüfauftrag zum Sozialticket

Mit Anfragen und Anträgen bringt die Soziale Liste einige Wattenscheider Themen in die Ratssitzung am Donnerstag den 23. August ein.

So stellt der Wattenscheider Stadtverordneten Günter Gleising eine Anfrage über die „Verkehrssituation Zeppelindamm in Wattenscheid“. Infolge des hohen Verkehrs-aufkommens, der baulichen Gestaltung und der Verkehrsregelungen kommt es hier immer wieder zu Problemen. Zuletzt gab es Beschwerden von Fahrradfahrern sowie Anwohnern der Straßen im sog. Hagenviertel, stellt die Soziale Liste fest und formuliert sieben Fragen, die wir in der Anlage dokumentieren.

In einer zweiten Anfrage will die Soziale Liste Auskunft über „ölhaltige Zuflüsse in den Hüllerbach“ erhalten. Hier war im Juli durch einen Defekt in der Pumpanlage eines Industriebetriebes eine gelb-braune Brühe durch den Hüllerbach in Hordel und Günnigfeld geflossen. Die Soziale Liste fragt: „Ist bekannt, welche Verunreinigungen in den Hüllerbach geflossen sind und sind deren Verursacher bekannt?“ Auch wird gefragt, ob die Befürchtungen und Sorgen der betroffenen Anwohner ausgeräumt werden konnten.

Außerdem wird sich der Rat auch mit dem Verkauf von städtischen Wohnungen u. a. in der Heimstr., dem Stadtgartenring, der Nikoleistr. 2 und Schulstraße beschäftigen, die von der Sozialen Liste abgelehnt werden. Günter Gleising erwartet zu der Sitzung auch eine Antwort auf seine Fragen bezüglich des städtischen Miethauses Höntroper Str. 71.

Sozialticket

Mit einem Antrag zur Ratssitzung unternimmt die Soziale Liste im Rat einen neuen Anlauf das Thema Sozialticket für Menschen mit geringem Einkommen wieder in die Diskussion zu bringen. Die Verwaltung soll beauftragt werden, einen Überblick über die verschiedenen existierenden Modelle eines Sozialtickets zu erarbeiten. Auch der gegenwärtige Diskussionsstand im VRR und den Städten im Ruhrgebiet soll

zusammengefasst dargestellt und Modelle entwickelt werden, wie ein Sozialticket in Bochum und Wattenscheid realisiert werden könnte. Die Ergebnisse dieses Prüfauftrages sollen dem Rat und der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Die Soziale begründet ihren Antrag, damit, dass “in Köln und Berlin die Sozialtickets echte ‚Renner’ sind und von zehntausenden Bürgern genutzt werden“. Inzwischen, so die Soziale Liste, gibt es auch erste Berechnungen, die neben sozialen, auch von einem großen wirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Nutzen sprechen.
Die Beschwerden von Anwohnern und Benutzern des Zeppelindamms haben jetzt den veranlasst tätig zu werden.
 

20.07.2007 – Presseinformation

Soziale Liste fordert:

Statt neuer Prestigeobjekte planen das Höntroper Bad sanieren

Die Soziale Liste fordert die Sanierung des Höntroper Freibades jetzt anzugehen. „Die im letzten Jahr beschlossene Modernisierung müsse angesichts der derzeit guten Steuereinnahmen der Stadt Bochum in die Vorbereitung der kommenden Haushaltsberatungen eingehen“, so Günter Gleising von der Sozialen Liste.

Die Sozialen Liste macht in diesem Zusammenhang erneut die weiter bestehende sehr unterschiedliche Auslastung der Wattenscheider Bäder aufmerksam. Während sich das Freibad Südfeldmark großer Beliebtheit erfreut und viele Besucher aufweist, ist die Situation im Höntroper Freibad genau umgekehrt. Diese Ungleichentwicklung ist nach Auffassung der Sozialen Liste vor allem mit der jahrelangen Vernachlässigung des „schönsten Freibades von Wattenscheid und Bochum“ in Höntrop zu erklären. „Hier ist ein enormer Investitionsstau entstanden, der abgebaut werden muss“, fordert die Soziale Liste.

Im vergangenen Jahr wurde in der Wattenscheider Bezirksvertretung zwar die Beschlussvorlage „Modernisierung der Freibadanlage des Hallenbades Höntrop“ einstimmig (!) zugestimmt. CDU und FDP erweckten sogar den Eindruck, als stehe die Sanierung des Höntroper Bades unmittelbar bevor. Doch im den Haushalts-beratungen, Anfang des Jahres, ist das Projekt dem Rotstift zum Opfer gefallen. Für die geschätzten Kosten von fast 3 Mio. Euro fehlen die „Haushaltsmittel“ hieß es, ohne das FDP und CDU protestierten

Die Soziale Liste wird sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Realisierung des Projektes einsetzen. „Es darf nicht sein, dass für weitere Prestigeobjekte die Finanzmittel ausgegeben werden, die für Maßnahmen wie der Erneuerung des Höntroper Bades benötigt werden“, so Günter Gleising.
 

11.07.2007 – Presseinformation

Soziale Liste stellt Anfrage zur nächsten Hauptausschusssitzung

Soziale Liste bedauert Schließung der Real-Filiale in Wattenscheid-Höntrop

Die Soziale Liste bedauert die angekündigte Schließung des Real-Marktes am Wattenscheider Hellweg zum 30. September. Der Wattenscheider Süden und insbesondere Höntrop verliert damit nicht nur eine attraktive Einkaufsmöglichkeit, sondern auch einen Betrieb, indem gewerkschaftliche Interessenvertretung und die Bildung eines Betriebsrates möglich war, in dem Tarifverträge anerkannt wurden.
 
Die Soziale Liste erklärt ihre Solidarität mit den Real-Beschäftigten. Durch die Schließung des Marktes am Hellweg dürfe keiner entlassen werden. Die Zusagen der Geschäftsleitung müssen eingehalten werden, allen Betroffenen einen gleichwertigen Arbeitsplatz in anderen Real-Märkten anzubieten.

Da sich aus der Schließung möglicherweise Konsequenzen für die Kommunalpolitik ergeben und eine Lücke in der Nahversorgung im Bereich von Höntrop-West/Sevinghausen ergeben, will das Wattenscheider Ratsmitglied der Sozialen Liste, Günter Gleising, zur ersten Sitzung des Hauptausschusses nach den Sommerferien eine entsprechende Anfrage stellen.

Vor allem müssen die Konsequenzen aus der fehlenden Aufführung und Darstellung im „Masterplan Einzelhandel“ geklärt werden. Denn, so ist es kürzlich der Sozialen Liste aufgefallen, dieser Bereich Höntrop-West und der Real-Markt existiert in dem Plan überhaupt nicht, obwohl er über alle Merkmale eines Nahversorgungszentrums” (Einzugsbereich 6.000 Einwohner, Verkaufsfläche von 2000 qm) verfügt. Noch nicht einmal als Sonderstandort ist der Real-Markt aufgeführt. Der Standort ist offensichtlich schlichtweg übersehen worden.

„Vor allem“, so Gleising, „müsse die Nah-Versorgung in dem dicht besiedelte Bereich Wattenscheider Hellweg- Alter Zoll- In der Hönnebecke sichergestellt werden. Denn hier wird nach der Kaufhausschließung die Versorgung mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs zukünftig schwierig“. Dies gilt besonders auch vor dem Hintergrund der relativ schlechten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Ältere Mitbürger, Menschen ohne PKW, Kinder und Jugendliche stehen beim Einkauf so vor großen Problemen.
 

Aus: WAZ-Wattenscheid 13.06.2007

CDU-Politiker verletzt demokratische Spielregeln

Bezirksvorsteher Hans Balbach muss Ralf Hessen bremsen. An Oskar Pienecks "Kreuzen der Solidarität" schieden sich die Geister
Ein verbaler Tiefschlag sorgte bei den gestrigen Beratungen der Bezirksvertretung dafür, dass Vorsteher Hans Balbach Ralf Hessen (CDU) anzählen musste: "Mäßigen Sie sich in ihrer Ausdrucksweise!"
Was war geschehen? Vor der Beschlussfassung über die Realisierung des Projektes "Kreuze der Solidarität" hatte Stadtverordneter Günter Gleising (Soziale Liste) geäußert, ihm werde nicht deutlich, was die stählerne Skulptur, die neben dem Eingang der Friedenskirche ihren Platz finden soll, aussagen wolle. Auch die Referenzen des Künstlers, Oskar Pieneck, könne er nicht einschätzen. "Ich kenne von dem Mann nur eine Vitrine an der Oststraße. Und darin befindet sich überwiegend Nippes."
Ralf Hessen zog darauf hin einen Artikel der WAZ-Lokalausgabe Bochum vom 19. Mai aus der Tasche. Das dazu gehörige Bild zeigt Günter Gleising, der seinerzeit gemeinsam mit anderen Bürgern und pro grün gegen den sechsspurigen Ausbau der A 40 protestierte: "Wer sich so negativ gegen die eigene Stadt stellt, dem sollte in diesem Hause der Zugang verweigert werden", schnauzte Ralf Hessen und hatte damit deutlich die Grenzen demokratischer Spielregeln überschritten.
Nun gut - Oskar Pieneck mag den meisten Bürgern eher als Kaufmann, Aktivist der Werbegemeinschaft oder als Christdemokrat bekannt sein. Die Mehrheit der Bezirksvertretung fand jedoch seinen Entwurf, zwei stählerne Kreuze als erstes Objekt für einen Skulpturenweg durch die Innenstadt zu arrangieren, völlig in Ordnung. Das Werk, das rund 6000 Euro kosten wird, soll aus bezirklichen und Marketing-Mitteln sowie über Spenden finanziert werden.
 

29.05.2007 – Presseinformation

Soziale Liste kritisiert Imagekampagne

“Bochum macht jung“ –
WAT vergessen?

„Den jetzt deutlich gewordenen Inhalt und die Zielsetzung der Kampagne können und wollen wir nicht mit tragen“, kritisiert die Soziale Liste die kürzlich gestartete Imagekampagne “Bochum macht jung”. Dem Bereichen Konsum/Kaufen und Wirtschaft wird ein deutliches Übergewicht zuteil, bekannte Klischees werden wiederholt. Initiativen, Vereinsleben, die Stadtteile spielen, zum Beispiel, kaum eine Rolle. Ein ungelöstes Problem ist auch die Einbindung von Wattenscheid, die bisher offensichtlich schlichtweg vergessen wurde. Auch die erheblichen Kosten von 1 Mio. Euro sind aus Sicht der Sozialen Liste Bochum nicht zu vertreten.

Die Soziale Liste hat sich im Vorfeld nicht gegen eine Werbeaktion und verbesserte Internet-Präsentation der Stadt Bochum ausgesprochen. “Die jetzt gestartete Aktion ist allerdings eine unverfängliche, bunte Allerwelts-Kampagne. Das was Bochum ausmacht, das Typische, die Typen, die Kanten, die Geschichte der Stadt, die Menschen die hier arbeiten und leben, das alles spielt eine eher untergeordnete Rolle”, so äußert sich Nuray Boyraz, Ratsfrau der Sozialen Liste.

Stattdessen wird postuliert, dass Bochum jung macht, ohne darzustellen warum. Etwa, weil Bochum besonders kinderfreundlich ist, weil in Bochum die Solidarität besonders entwickelt ist, weil hier alle Menschen, auch die, die arm sind, am kulturellem Leben der Stadt teilnehmen können? Weil hier Arbeitslose besonders gute Chance auf eine sozial-versicherungspflichtige Beschäftigung haben? “Wohl eher nicht!”, so Frau Boyraz.
 

11.05.2007 – Presseinformation

Unterschriftensammlung gegen neue Fahrpreis-erhöhungen des VRR:

Erstmals gemeinsamer Infostand von Sozialer Liste und WASG in Wattenscheid:

Mit einem Informationsstand am Samstag, dem 12. Mai 2007, 10.30 – 12.00 Uhr, vor der Friedenskirche auf Hochstraße wollen die Soziale Liste und die Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit (WASG) erstmals gemeinsam in Wattenscheid kommunal-politische Themen mit den Bürgern diskutieren.

Gegen die erneuten Fahrpreiserhöhungen des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr (VRR) zum 1. 8. 2007 um 4 %, und die geplanten Einstellungen von Linien und die Verschlechterung von Zeittakten sammeln die Mitglieder des Wahlbündnisses Unterschriften. Bürger können sich in die Listen eintragen, die an die Verbandsversammlung des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr (VRR) gesandt werden sollen. „Die Pläne des VRR sind sozial unzumutbar, umweltpolitisch schädlich und vergrößern die Verkehrsprobleme im Ruhrgebiet“, fasst die Soziale Liste ihre Kritik zusammen.

Zu Gesprächen und Meinungsaustausch über kommunale Fragen wie Entwicklung der Armut, Stadtentwicklung Wattenscheid, Finanzpolitik der Stadt Bochum steht Ratsmitglied Günter Gleising und Mitglieder des Kreisvorstandes der WASG zur Verfügung. Außerdem ist die aktuelle „Zeitung der Sozialen Liste“ sowie weiteres Infomaterial beider Organisationen. Fragen, Hinweise und Anregungen sind willkommen.

23.04.2007 – Presseinformation

Soziale Liste sieht „Schwarz“:

Lidl/Kaufland Pläne schaden der Wattenscheider Innenstadt

„Damit gerät Wattenscheid immer mehr in den Griff des Schwarz-Konzerns und die Fußgängerzone wird weiter geschwächt“ sagt das Ratsmitglied Günter Gleising zu den kürzlich bekannt gewordenen Plänen neben dem Gertrudiscenter an der Lyrenstraße eine weitere Filiale von Lidl zu bauen. Dort würde, zusammen mit dem Büro- und Schulbedarf-Handel Leidhäuser (LeOffice), ein neues Zentrum zum Nachteil der bereits mit Leerständen gebeutelten Fußgängerzone entstehen.

Sowohl Lidl als auch Kaufland gehören zum schwäbischen Großkonzern der Familie Schwarz. Deren Expansionspläne für Wattenscheid widersprechen dem gerade einmütig beschlossenen Masterplan Einzelhandel, einer geordneten Stadtentwicklung und Stärkung der Stadtzentren.

„Die Soziale Liste sieht in der aggressiven Lidl/Kaufland-Expansion, wie sie jetzt gerichtlich durchgesetzt wurde, einen ungebremsten Machtkampf des Schwarz-Konzerns gegen die Albrecht-Gruppe. Im Machtkampf der Discounter hat nach einer Mitteilung der Nachrichtenagentur Reuter der Lidl/Kaufland-Mutterkonzern Schwarz die Aldi-Gruppe beim Umsatz überholt. Mit einem Umsatz von 40 Mrd. Euro ist die Schwarzgruppe damit zum zehntgrößten Handelsunternehmen der Welt aufgestiegen.

Auf der Strecke bleibt die Stadtentwicklung und die Interessen der Bürger“, so Gleising. Der Lidl/Kaufland Konzern steht auch wegen „zweifelhafter Wettbewerbspolitik“, „Sozialdumping“ und der Beschäftigungspolitik in der Kritik von Gewerkschaften, Attac und anderen. In einem Lidl-Schwarzbuch wurden kürzlich diese Praktiken veröffentlicht.

25.04.2007 – Anregung nach § 24 der Gemeindeordnung NRW/
Benennung einer Straße oder eines Platzes nach Hans Noll

Günter Gleising (MdR), 44866 Bochum

Stadt Bochum
Bezirksvertretung Wattenscheid
Rathaus Wattenscheid
Friedrich-Ebert-Str. 22

44866 Bochum-Wattenscheid

Anregung nach § 24 der Gemeindeordnung NRW/
Benennung einer Straße oder eines Platzes nach Hans Noll

Sehr geehrte Damen und Herren!

Aus Anlass des 60. Jahrestages der Befreiung von Faschismus und Krieg am 8. Mai beschließt die Bezirksvertretung Wattenscheid, eine Straße oder einen Platz nach dem ersten Wattenscheider Oberbürgermeister dieser Zeit zu benennen. Diese Benennung wird außerdem als vordringlich eingestuft, um baldmöglichst realisiert zu werden. An den Straßenschildern sollen erklärenden Daten auf den Hintergrund der Straße verweisen.

Begründung:

Hans Noll hat sich um die Stadt Wattenscheid in selbstloser Weise in schweren Zeiten verdient gemacht. Sein Leben und Wirken, sein Einsatz für das Gemeinwohl und die sozialen und politischen Rechte der arbeitenden Menschen hat eine Vorbildfunktion vor allem für junge Menschen und soll in wacher Erinnerung bleiben.

Zur weiteren Begründung sei kurz auf den Lebenslauf von Hans Noll eingegangen:

Hans Noll wurde nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen in Wattenscheid von der Besatzungsmacht am 18. April 1945, noch vor der Kapitulation am 8. Mai, zum Oberbürgermeister ernannt. Die britische Besatzungsmacht bestätigte diese Ernennung etwas später. Hans Noll widmete sich mit ganzer Kraft der Beseitigung von Trümmern und Schutt in der Stadt und in den Köpfen. Er half mit, eine Notpolizei, die Stadtwacht, aufzubauen, um eine neue Ordnung zu schaffen. Er tat viel dafür, dass die Versorgung mit Lebensmitteln wieder anlief und setzte sich für das soziale Leben ein. Er wirkte mit an der Überwindung faschistischer Denkweisen. Unermüdlich diskutierte er mit der Besatzungsmacht, damit demokratische Parteien wieder arbeiten und am 18. Dezember 1945 (in Bochum am 29. 1. 1946) eine erste neue, von der Besatzungsmacht ernannte, Wattenscheider Stadtvertretung tätig werden konnte.

Ein Beispiel für Nolls Denken und Handeln finden wir in seiner Weihnachtsbotschaft von 1945, in der er ausführt:

„Weihnachten 1945! Das erste Friedens-Weinachtsfest nach sechs schrecklichen Kriegsjahren! Diesen fürchterlichen Jahren, die nur die folgerichtige Fortsetzung der Jahre der Kriegsvorbereitung seit 1933 waren.
Nun ist Friede ins Land gekommen. Er sieht anders aus, als viele ihn sich vorgestellt haben. Ich spreche nicht von denen, die geglaubt haben, sie könnten der ganzen Welt den Fuß in den Nacken setzen. Aber erst heute ist recht zu sehen, welche Vernichtung an Blut und Gut, an moralischen und materiellen Werten diese zwölf Jahre in Deutschland und in der Welt angerichtet haben und wie schwer es nun ist, all das aufgehäufte Elend zunächst einmal zu lindern, bis daß die Lebensverhältnisse wieder einigermaßen normal sind.
Aber es geht aufwärts: Der Zerstörung ist Einhalt geboten, das Schaffen und Tun der Männer gilt wieder dem Leben und nicht mehr dem Tod. Die Kinder dürfen sich wieder an einem, wenn auch noch wenig glänzenden Weihnachtsbaum erfreuen und brauchen nicht mit ihren Müttern in die Bunker flüchten. Wohltätigkeitsorganisationen aller Richtungen bemühen sich, die drückende Not zu lindern, und die Stadtverwaltung ist bestrebt, die wenigen noch vorhandenen Lebensgüter nach möglichst gerechten Gesichtspunkten der Bevölkerung zukommen zu lassen. Darüber hinaus muß es unsere erste Aufgabe sein, im kommenden Jahr die Gütererzeugung derart zu steigern, dass auch der letzte unserer Volksgenossen beim nächstjährigen Weihnachtsfest wieder einen mit Gaben gesegneten Weihnachtstisch vor sich findet, auf dem der Weihnachtsbaum in einem helleren Lichte erstrahlt. In diesem Sinne herzliche Glückwünsche auch für das neue Jahr!“

Am 6. März 1946 übernahm Hans Noll die von der britischen Besatzungsmacht neu geschaffene Funktion des Oberstadtdirektors und stand damit der Verwaltung als leitender Beamter vor. Zum neuen Oberbürgermeister ernannte die Besatzungsmacht Gustav Hermann. Damit waren die Spitzenpositionen in der Stadt Wattenscheid mit zwei Vertretern der Arbeiterparteien SPD (Hermann) und KPD (Noll) besetzt worden. Noll leistete jetzt viel, um nach demokratischen Grundsätzen eine neue Verwaltung aufzubauen. Aus gesundheitlichen Gründen musste Hans Noll am 21. November 1946 in den Ruhestand gehen.

Hans Noll ist in einer Bergarbeiterfamilie groß geworden und lernte schon früh Not und Elend kennen. Nach dem Bergarbeiterstreik 1905 wurde sein Vater entlassen und die Familie mit neun Kindern aus der Zechenwohnung geworfen. Er selbst wurde später Mitglied der SPD und trat 1931 in die KPD ein.

Noll hat sich zeitlebens auch in der Arbeitersportbewegung engagiert. Trotz Körperbehinderung war er bis ins hohe Alter in den Vereinen Union Günnigfeld und Turnvereinigung Günnigfeld-Hordel aktiv. Dem Verein Union Günnigfeld diente er viele Jahre als Vorsitzender und blieb ihm bis seinem Tod als Ehrenvorsitzender treu. Bei der Turnvereinigung wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

Hans Noll wurde 86 Jahre alt und ist 1993 gestorben.

Günter Gleising

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